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kessler systems startet mit Neubau - Artikel Schwäbische Zeitung

Monday, March 8, 2021

Betrieb aus Königseggwald will im dritten Quartal nach Ostrach umziehen von Julia Freyda

OSTRACH/KÖNIGSEGGWALD - Mit knapp einem Jahr Verzögerung hat der Neubau der Firma kessler systems im interkommunalen Gewerbegebiet begonnen. Der Umzug des Betriebs aus Königseggwald nach Ostrach ist im dritten Quartal geplant. Auch neue Arbeitsplätze werden geschaffen.

Ursprünglich sollten im zweiten Quartal 2020 die Bagger rollen. Doch die Corona-Pandemie hat die Pläne durchkreuzt. „Jeder wurde vorsichtig. Unsere Kunden haben zwar keine Aufträge storniert, jedoch wurden viele Aufträge geschoben“, sagt Prokuristin Kerstin Weisshaupt. So ist auch der Spezialist für Leiterplatten, elektronische Baugruppen und Systeme zunächst auf die Bremse getreten, um die weitere Entwicklung abzuwarten.

Die ging schon gegen Ende des dritten Quartals eindeutig in eine Richtung, die Nachfrage stieg stark an. „Auch für 2021 sieht es aktuell so aus, dass sie beständig hoch bleibt beziehungsweise noch steigt. Dies gilt nicht nur für die kundenspezifischen Baugruppen und Geräte, welche wir im Kundenauftrag entwickeln und fertigen. Auch unsere Licht-Sparte folgt diesem Trend“, berichtet Weisshaupt. Ein positiver Effekt der Krise sei zudem, dass sich das Unternehmen noch internationaler ausrichten und diverse Kunden in den USA und Kanada für sich gewinnen konnte.  Entsprechend froh war die Unternehmensführung, nach dem Winterwetter endlich mit dem Neubau starten zu können.

„Dass die Wirtschaft weltweit so schnell wieder anzieht, haben viele Hersteller unterschätzt. Aber sie stehen aufgrund der Folgen der Pandemie auch vor ganz anderen Herausforderungen“, sagt Weisshaupt. Aufgrund von Ausfällen in der Produktion und diverser Lockdown-Maßnahmen komme es bei vielen Komponenten zu Engpässe. Auch seien derzeit bekanntlich Frachtkapazitäten knapp. „Das alles führt zu längeren Lieferzeiten, aber insgesamt sind wir auf einem guten Niveau unterwegs“, sagt Weisshaupt.

In den Jahren zuvor hat kessler systems stetiges Wachstum erlebt, sodass es am bisherigen Standort in einem Wohngebiet in Königseggwald zu eng wurde und die Entscheidung für den Umzug nach Ostrach fiel. Die Betriebsfläche in Ostrach fällt mit 1500 Quadratmetern dreimal so groß aus wie bislang. Neben einer Werkhalle sind auf zwei Geschossen Büros und Konferenzräume geplant. Auch wird der Bereich Montage ausgebaut und um eine Reinraumfertigung ergänzt. Im ersten Schritt investiert kessler systems 1,5 bis zwei Millionen Euro. „Mittelfristig werden es rund fünf Millionen Euro sein, da wir auf der Fläche die Option zur Erweiterung haben“, sagt Marc Kessler. Als Spezialist für Elektronik steuert er das Fachwissen bei, um den wirtschaftlichen Teil kümmert sich Kerstin Weisshaupt als Prokuristin. 20 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt, bis zu 30 sollen es zunächst mit dem Umzug nach Ostrach werden. Aktuell sucht das Unternehmen einen Elektroniker und einen kaufmännischen Mitarbeiter.

Bereits seit mehreren Jahren ist kessler systems im Bereich des Smart-Meterings tätig und beschäftigt sich mit der Ausrüstung digitaler Stromzähler, sowie der zugehörigen Gateways. Diese werden derzeit in vielen Haushalten vom Stromanbieter eingebaut und liefern in Verbindung mit einem sogenannten Smart-Meter wertvolle Informationen für den eigenen Stromverbrauch. „Etwa geben die Zusatzgeräte an, wann ein guter Zeitpunkt zum Wäschewaschen ist oder wo sich im Haushalt Stromfresser verbergen“, sagt Weisshaupt. Damit könne Storm bedarfsgerecht produziert werden, was wiederum der Umwelt zugute komme. Derartige smarte Applikationen werden bei kessler systems im eigenen  Haus entwickelt und produziert. Was sich zukunftsorientiert anhöre, sei bereits Alltag in der Branche – noch aus Königseggwald, bald aus Ostrach.